

06.07.26 –
Am 8. Juli geht es im Schulbauausschuss um die Zukunft der Grundschule Hoffnungsthal
Von fünf bisher vorgestellten Varianten legt die Stadtverwaltung nun im Kern nur noch Variante 1 vor: den vermeintlich günstigsten Weg, also einen weiteren Anbau. Variante 5, der Neubau, wird mit Verweis auf die Kosten ausgeschlossen.
Aus unserer Sicht ist das zu kurz gegriffen. Die Kosten der Varianten wurden bislang nur grob und über einen kurzen Zeitraum dargestellt. Was fehlt, ist eine echte Gesamt- und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung über die nächsten 20 Jahre und darüber hinaus: Energie, Sanierungen, Reparaturen, Renovierungen, Hitzeschutz, Übergangslösungen und Betriebskosten.
Gerade als Kommune in angespannter Finanzlage dürfen wir nicht nur auf die Investitionssumme schauen. Kurzfristig billig kann langfristig teuer werden.
Variante 1 hieße: zum siebten Mal in rund sieben Jahrzehnten anzubauen. Damit würde ein bereits angestückelter Schulstandort erneut ergänzt, statt ehrlich zu prüfen, ob daraus wirklich eine tragbare Lösung für die kommenden Jahrzehnte entstehen kann.
Dass in den vergangenen Jahren bereits viel investiert wurde, ist bedauerlich. Es ist aber kein Argument, einen falschen Weg immer weiterzugehen. Wollen wir wirklich gutes Geld schlechtem hinterherwerfen?
Auch aus schulischer Sicht überzeugt Variante 1 nicht. Pädagogische Konzepte nach heutigen Standards werden durch einen weiteren Anbau nicht ausreichend ermöglicht. Barrierefreiheit, Arbeitsbedingungen für das Personal, Unterrichtsbedingungen und OGS bleiben Kompromisse. Aus unserer Sicht droht ein dauerhaft verstetigtes Provisorium.
Die Folgen tragen vor allem die Menschen, die dort lernen und arbeiten. Lehrkräfte, OGS-Personal und Kinder müssten über Jahre mit Baustelle, Umwegen, Lärm, Provisorien und Einschränkungen umgehen. Schon in der Erläuterung zur Variante 1 heißt es sinngemäß, Beeinträchtigungen seien nicht zu vermeiden und es brauche ein hohes Maß an Verständnis, Flexibilität und Kompromissbereitschaft. Von wem genau? Von Grundschulkindern? Von den Menschen, die unter ohnehin schwierigen Bedingungen gute Schule machen sollen?
Auch der Hitzeschutz darf nicht nebenbei abgehandelt werden. Wenn Räume in den kommenden Sommern kaum nutzbar sind, ist das kein Komfortproblem. Es betrifft Unterricht, Gesundheit, Konzentration und Arbeitsqualität.
Natürlich braucht Hoffnungsthal schnell eine Lösung. Aber Tempo ersetzt keine gründliche Planung. Am Ende muss eine Schule stehen, die diese Belastung wert ist.
Keine goldenen Wasserhähne. Sondern eine Schule, in die wir unsere Kinder vertrauensvoll schicken, in der Menschen gut arbeiten können und auf die Rösrath langfristig stolz sein kann.
Schule ist für Kinder ein zweites Zuhause. „Augen zu und durch“ ist keine Schulbaupolitik. Deshalb werden wir der Vorlage im Schulbauausschuss am 8. Juli nicht zustimmen.
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